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10 Jahre InkuTra

Mit einem afrikanischen Trommelwirbel beendeten das Musik-Duo Anita und Cheikh den Small Talk der Gäste am zehnten Geburtstag von InkuTra am 22. Oktober 2011 und schärften deren Aufmerksamkeit auf das kleine, aber feine Programm des Abends.

Grußwort

Christine Schubert, stellvertretende Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Nürnberg, stellte in einem kurzen zeitlichen Abriss die Geschichte von InkuTra (steht für „Interkulturelle Trainings“) seit der Gründung im Jahre 2001 dar. Aus dem zarten Pflänzchen der Anfangsphase wurde ein fest etabliertes Projekt, das sich weit über die Grenzen Nürnbergs hinaus einen guten Namen durch qualitativ gute Interkulturelle Trainings erworben hat.
Auf der bundesdeutschen Landkarte ist fast kein Bundesland zu finden, in dem die Mitarbeiter/innen von InkuTra nicht schon in Form von Vorträgen oder Seminaren gewirkt haben. Einmal führte die interkulturelle Reise sogar bis nach Wien zum Hospiz Dachverband Österreichs. Arbeitsschwerpunkt ist zwar verständlicherweise der fränkische Raum, aber auch und gerade in Nordrhein-Westfalen – einem Bundesland mit vielen interkulturellen Angeboten und Aktivitäten – sind die Trainer/innen von InkuTra häufig zu Gast.
Die Teilnehmer/innen der Trainings kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: angefangen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der AWO, deren Teilnahme an der interkulturellen Fortbildung verpflichtend ist, und den Jugendmigrationsdiensten spannt sich der Bogen vom Bereich Erziehung und Soziales (Kindertagesstätten, Altersheimen, Stadtmission, Stadtteilkoordination Nürnberg, Blindenschule) über Bürgervereine, Frauenhäuser und dem Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer bis zur Wirtschaft (Sparkasse Nürnberg) und sogar zur Polizei nach Fürth. Weitere Wohlfahrtsverbände wie das Bayerische Rote Kreuz oder die Caritas waren ebenso darunter wie Führungskräfte vom Technischen Hilfswerk. Mitarbeiter/innen der ARGEN in Nürnberg erweiterten ihre interkulturelle Perspektiven für den Umgang mit ihren Klienten und alle Auszubildende des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge erwarben in einem einwöchigen Kurs pro Lehrjahr ihre interkulturelle Kompetenzen.
Frau Schubert, deren persönliches Engagement viel zur Interkulturellen Öffnung der AWO Nürnberg beigetragen hat, schilderte humorvoll auch persönliche Fettnäpfchen, in die sie im Laufe ihrer interkulturellen Tätigkeit getreten ist.

InkuTra-Team

Ilona Christl vom InkuTra-Team ermöglichte den Gästen der Jubiläumsfeier – zu denen sich auch noch Teilnehmer/innen der vorangegangenen Tagung „ Interkulturelle Öffnung im Ehrenamt“ gesellt hatten – einen kleinen Einblick in die Trainingsmethoden, indem sie die Stellungsübung „Wer gehört wohin?“ mit ihnen gemeinsam durchführte.

Die Moderatorin des Abends Andrea Kaliner stellte trotz einer Erkältung zusammen mit Susanne Schneider (beide InkuTra) die aktuellen Mitarbeiter/innen sowie Gründungs- und ehemalige Mitglieder des InkuTra-Teams vor. Einige von ihnen waren auch anwesend und gaben witzige Geschichtchen aus ihrer Arbeit zur Erheiterung der Gäste zum Besten.

Über Ziele, Inhalte und Methoden der Interkulturellen Trainings referierte Irma Kevorkian-Bauer (InkuTra) mit einer bilderreichen und anschaulichen Präsentation der Arbeit von InkuTra.

Herwig Emmert (InkuTra) berichtete von neuen Seminarthemen (Bi-kulturelle Ehe, Barrierefreiheit im Tourismus) und der aktuellen inhaltlichen Schwerpunktsetzung der Arbeit von InkuTra (Kultursensible Pflege, Feindschaft gegen Muslime/Islamkritik, Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft) sowie der stetigen Fortbildung und Weiterqualifizierung der InkuTra-Mitarbeiter/innen zu wissenschaftlichen Themen (Multi-, Inter- und Transkulturalität) und gesellschaftspolitischen Fragen (Stichwort: Sarrazin).

„Ihr seid die Besten.“

Der hohe Qualitätsstandard trägt wesentlich zum Erfolg der Arbeit von InkuTra bei. Wie drückte es eine Interessentin aus Nordrhein-Westfalen auf die Frage aus, warum sie InkuTra für ihre Mitarbeiter buchen möchte: „Ihr seid die Besten.“
Allerdings fällt auch ein Wermutstropfen auf die insgesamt so erfolgreiche Arbeit. Die Ökonomisierung weiter gesellschaftlicher Bereiche und die damit einhergehende Umwandlung von langfristigen Aufgaben in kurzfristige Projekte zwingt viele potenzielle Auftraggeber, ihre Ausgaben für interkulturelle Weiterbildung infrage zu stellen. Mit anderen Worten: Die Zukunftsaussichten für die interkulturelle Arbeit sind nicht eben rosig. Interkulturelle Trainings werden nur mit Hilfe von Fördergeldern und -programmen stattfinden können.
Nach einer mitreißenden musikalischen Trommeleinlage, die etliche Gäste dazu bewegte, eines der bereitliegenden Musikinstrumente zu ergreifen oder mitzutanzen, war es dann endlich soweit: Das Buffet war eröffnet. Kulinarische Spezialitäten aus der israelisch-orientalischen Küche erfreuten Herz und Gaumen der Jubiläums-Teilnehmer/innen.
Bis in den späten Abend unterhielten sich die Gäste in lockerer und vergnügter Atmosphäre, unterbrochen nur von einer spontanen vietnamesischen Gruppentanzeinlage - nach alten deutschen Schlagerstücken.

Für eine Kultur der Vielfalt - gegen alte und neue Formen von Rassismus und Antisemitismus.

zu InkuTra - bitte klicken !
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v.l.n.r.: Susanne Schneider, Andrea Kaliner, Herwig Emmert, Ilona Christl, Irma Kevorkian-Bauer
v.l.n.r.: Susanne Schneider, Andrea Kaliner, Herwig Emmert, Ilona Christl, Irma Kevorkian-Bauer
Deutsch-Senegalesischer Trommelwirbel
Deutsch-Senegalesischer Trommelwirbel
Kulinarische Vielfalt
Kulinarische Vielfalt