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 Interkulturelle Öffnung

ist darauf ausgerichtet, Benachteiligungen abzubauen und Chancengleichheit herzustellen. Dies ist keine Ansichtssache, sondern gesetzlicher Auftrag zur sozialen Gerechtigkeit und Teilhabe von Zuwanderern in einer Einwanderungsgesellschaft.

Schon in ihrem Grundsatzprogramm von 1988 definierte die AWO interkulturelle Arbeit als wichtigen Beitrag zur Gestaltung des Einwanderungsprozesses.

Auf der Bundeskonferenz 2000 wurde ein weitergehender Auftrag an alle Gliederungen der AWO beschlossen: sie wurdenaufgefordert, alle dienste und Einrichtungen "interkulturell" zu öffnen, h.h. Migrantenden Zugang zu allen angeboten der Arbeiterwohlfahrt zu ermöglichen. 

Beschluss der Bundeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt 2000

"Gestaltung der Einwanderung als Zukunftsaufgabe der AWO"

Alle AWO-Gliederungen werden aufgefordert, bestehende und neue Dienste und Einrichtungen interkulturell zu öffnen, indem darauf geachtet wird,

  • dass Migranten ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend in den Angeboten repräsentiert sind;
  • dass konzeptionell, organisatorisch und personell den bedürfnissen von Migranten in den Einrichtungen und Maßnahmen entsprochen wird.

Begründung:
Die Arbeiterwohlfahrt versteht die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft als eine der wichtigsten gesellschaftpolitischenZukunftsaufgaben. Wir sind davon überzeugt, dass die Interkulturalität unserer sozialen Dienstleistungen ein zentrales Qualitätsmerkmal unserer Angebote, Maßnahmen und Projekte ist.

Die Arbeiterwohlfahrt versteht diesen Prozess der interkulturellen Öffnung als wichtige Managementaufgabe der verschiedenen Gliederungsebenen. Die Migrationssozialdienste sind in diesen Prozess einzubeziehen.

Die heutige Diskussion zur interkulturellen Öffnung baut auf fünf Jahrzehnte Migrationssozialarbeit auf, die sich bereits im letzten Jahrzehnt stark ausdifferenzierte und mit dem Zuwanderungsgesetz 2005 einen klar definierten rechtlichen Auftrag bekam.

Über 37 % der Nürnberger Bevölkerung sind nicht deutscher Herkunft, das sind ca. 180.000 Menschen. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig die gleichberechtigte Teilhabe von Zuwanderern und Einheimischen an allen Angeboten unserer Gesellschaft für eine gelingende Integration ist. Dies und damit verbunden der Umgang miteinander auf gleicher Augenhöhe spiegelt sich in Leitgedanken und Zielen der AWO wider.

Diese Haltung und auch die Tatsache, dass ca. 40 % der AWO Nürnberg Mitarbeiter selbst einen Migrationshintergrund aufweisen, hat die Nürnberger AWO dazu veranlasst, als an der interkulturellen Öffnung ihrer Dienste zu arbeiten.

Daraus folgt, Angebote und Dienstleistungen unter diesem Aspekt unter die Lupe zu nehmen, um Barrieren zu erkennen und abzubauen. Dies gelingt nur, wenn ihre besonderen Bedürfnisse, sei es Sprache oder auch ein anderes Verständnis von "Hilfe" bei der Gestaltung von Angeboten berücksichtigt werden.

Also Zuwanderer ernst nehmen, genau hin schauen, was sie wollen, brauchen oder können. Selbstkritisch prüfen, inwieweit die AWO selbst Zugänge verbaut, unbewusst oder aus Unaufmerksamkeit. Zuwanderer auf gleicher Augenhöhe nicht nur als Klienten und Kunden, sondern auch als potentielle Mitarbeiter, Ehrenamtliche oder Mitglieder wahr zu nehmen. Sie als gleichberechtigten Partner an der Gestaltung und Überprüfung von Angeboten zu beteiligen. Dies gilt für den hauptamtlichen wie auch den ehrenamtlichen Bereich.

Zusätzliche Links und Infos

Tipps und Hinweise

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Kto 1 004 610
BLZ 760 501 01